AMSTERDAM – Perlgrau Aus Gold

Die Bilderserie folgt bewusst keinem touristischen Blick, sondern lotet vielmehr die stillen, intensiven Momente des späten Sommertages einer Stadt aus, die tief einatmet. Vorbei an den verschwiegenen Grachten im Abendlicht, weiter zu den architektonischen Lichtkörpern, die wie schwebende Blöcke über dem Wasser scheinen, hin zu schmalen Lichtachsen aus Backstein, den unzähligen Regenperlen auf Metall, umrandend die von Grün überwucherten Hausboote und dazwischen: immer wieder vorbeiziehende Stimmen der vielen Radfahrer, ohne die Amsterdam nicht vollständig wäre. Der Atem dieser Stadt ist weitaus mehr als Fassade, sondern einladend nordisch, windig, offen und kontrastreich.

Und manchmal landet sogar ungefragt die Amsterdamer Oberschicht direkt neben dir am Kanal, wo es dann heisst, standesgemäß zu agieren. Sprich den fälligen Tribut in Form holländischer Pommes zu zahlen und parallel schnell die Kamera zu zücken – denn für Möwe EMMA gehts schlichtweg NUR ums Futter, nicht um Posen. Und während man sich so sein letztes Essen mit dieser distanzlosen beflügelten Intelligenz zwischen Hafenromantik und Asphalt teilt, wird klar, dass kaum ein Satz besser zu dieser Stadt passt als der von Carel Willink: „One belongs to Amsterdam as one belongs to old dreams.“

Die Arbeiten wurden vom 18. Oktober – 22. November 2019 im Auftrag des Potsdamer Fördervereins im Jan Bouman Haus ausgestellt.